Know how! Die wichtigsten Facts zum Thema Industrie Zucker

In hohen Mengen konsumiert, können wir Zucker tatsächlich als weißes Gift bezeichnen. Denn Zucker ist maßgeblich an Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht beteiligt. 

Wenn Du Stück für Stück auf Zucker verzichtest, wird sich dein Geschmack daran gewöhnen. Du wirst staunen, wie viele natürliche Aromen unsere Lebensmittel enthalten. Hast Du schon mal an frischen Erdbeeren gerochen? Himmlisch! Wer braucht da noch zusätzliche Süße?

Möchtest du wissen wie es dir leicht fallen wird Zucker aus deinen Alltag zu verbannen? 

 

Was du über Zucker wissen solltest

Zucker ist ein Sammelbegriff für verschiedene süß schmeckende kristalline Lebensmittel. Er kann aus den unterschiedlichsten Pflanzen gewonnen werden, hauptsächlich werden dafür Zuckerrohr, Zuckerrüben, Mais und Ahorn verwendet.

Früher wurde Zucker als das „weiße Gold“ bezeichnet und war ein wichtiges Tausch und Handelsprodukt. Wie andere edle Gewürze und Produkte, konnte Zucker teilweise sogar nur in Apotheken gekauft werden und war somit lange der reichen Oberschicht vorbehalten. 

Gehen wir noch ein Schritt tiefer in die Menschheitsgeschichte, existierte gar kein Zucker, zumindest nicht so wie wir ihn heute kennen. 

Die Jäger und Sammler kannten keinen Zucker und stoßen nur sehr selten auf Lebensmittel die zuckerreich waren, wie Beeren oder Honig

Doch mit der Zeit hat sich das Produkt Zucker, von einem seltenen Gut oder edlen Rohstoff, zu einem massentaugliche industriellen Produkt entwickelt, maßgeblich dafür war der Anbau von Zuckerrüben und Mais im großen Stil. 

 

Wozu wird Zucker heute verwendet?

In der Steinzeit galten zuckerhaltige Lebensmittel (Honig, Beeren) als etwas kostbares, energiespendendes und sehr sehr seltenes, mit der Evolution wurde das weiße Gold immer mehr zu einer edlen Essenz für exquisites Feingebäck und als Rohstoff um Arzneimittel schmackhafter zu machen.

Mittlerweile ist daraus ein günstiges Massenprodukt geworden, das auf Grund seiner Vielseitigkeit für zahlreiche andere Zwecke eingesetzt wird:

✅ Punktgenaue Süße 

Mit Hilfe von Zucker lässt sich sehr genau auf den Punkt süßen. Er verhält sich nahezu immer identisch und ist somit gut als Zutat kalkulierbar.

✅ Konservierungsmittel und Bakterienhemmer 

Zucker bindet Wasser und entzieht damit feuchtigkeitsliebende Bakterien die Nahrungsgrundlage. So lassen sich Lebensmittel sehr haltbar machen und gut aufbewahren (wie zum Beispiel in Form von Konfitüre, Kompott & Sirup)

✅ Alkoholische Gärung

Gärungsprozesse sind ein wichtiger Mechanismus bei der Herstellung von Lebensmitteln, zum Beispiel bei der Produktion von alkoholischen Getränken oder Hefeteig. Für all diese Gärungsprozesse sind unterschiedliche Hefen zuständig, die immer Zucker dafür benötigen.

✅ Bräunung, Krustenbildung & Karamellisieren

Es gibt unzählige Lebensmittel, die eine knusprige und gebräunte Oberfläche aufweisen, z. B. Pommes frites, Schweinebraten und gebratenes Fleisch, Gebäck und Kuchen. Für die Knusprigkeit und das Backergebnis ist unter anderem Zucker verantwortlich.

✅ Texturierung von Lebensmitteln

Unter der Textur versteht man die Masse, Konsistenz und Stabilität. Diese Faktoren sind unter anderem bei der Herstellung von Cremes und Teigen wichtig. Zucker ist hier für eine wichtige Zutat, die für Volumen und Standfestigkeit sorgt.

✅ Feuchtigkeitregulation 

Zucker bindet Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass Kekse knusprig werden, Eiscreme geschmeidig bleibt und Kuchen eine zarte Konsistenz bekommt.

✅ Arzneimittel

Noch heute sind in vielen Arzneimittel Zucker zugegeben um die Haltbarkeit des Medikamentes zu sichern und um den Geschmack zu verbessern.

Ja sogar in Globulis steckt viel Zucker drin. 

✅Der Suchtfaktor

Meines Erachtens ist der Suchtfaktor nicht zu unterschätzen. Die Industrie benutzt Zucker, um dafür zu sichern, dass das Produkt immer wieder gekauft wird – denn Industrie-Zucker macht abhängig!

 

Interessiert es dich, was es für Zuckerarten gibt?

Es gibt unterschiedliche Zuckerarten, die sich sowohl im Molekülaufbau als auch in der Molekülegröße unterscheiden. 

Chemie Unterricht.. lang lang ist es her.

Jedes Zuckermolekül besteht aus einigen Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen. Zucker zählt grundsätzlich zu den Kohlenhydraten.

Zuckerart

Vertreter

Vorkommen

Einfachzucker (Monosaccharide)

Traubenzucker (Glukose)

Fruchtzucker (Fructose)

Obst, Honig

Zweifachzucker (Disaccharide)

Rüben-/Rohrzucker (Saccharose)

Milchzucker (Laktose)

Malzzucker (Maltose)

Kristallzucker Zuckerrohr, Zuckerrübe Milch und Malz

Mehrfachzucker

(Oligo- und Polysaccharide)

Raffinose

Amylose (Stärke)

Zellulose (Ballaststoff)

Im Pflanzenbereich

Merke: Die chemischen Bezeichnungen der verschiedenen Zuckermoleküle enden meist mit -ose.

Benötigst du überhaupt Zucker?

Glukose (Traubenzucker) ist für den Menschen überlebenswichtig. Als Einfachzucker ist er die Basis aller Zwei- und Mehrfachzucker. Durch enzymatische Spaltung werden große Zuckermoleküle in diese Einzelzucker zerlegt. 

Alle Kohlenhydrate und Zucker können nur als Einzelzucker (Glukose,Fructose, Galaktose) aufgenommen und verstoffwechselt werden. 

Die Glukose wird im Darm resorbiert und gelangt über das Blut an alle Orte welche die Glukose direkt als Energiesubstrat benötigen. Das sind hauptsächlich das Gehirn und die Muskulatur.

Überschüssige Glukose wird einerseits in der Leber in Form von Glykol gehen (die Speicherform des Zuckers) gelagert und kann dort jederzeit wieder ins Blut abgegeben werden, falls der Blutzuckerspiegel sinkt. Anderseits wird ein zu viel an Glukose in den Fettzellen deponiert und dort zu Fett umgewandelt. Dieser als Fett gespeicherte Zucker kann bei Hungerphasen theoretisch auch wieder mobilisiert werden, um dem Körper mit Energie zu versorgen. Allerdings gibt der Körper seine Speicher nur sehr ungern wieder auf Und reagiert zunächst mit der Drosselung des Grundumsatzes. Jeder, der schon einmal eine die et gemacht hat, weiß sicherlich, wie schwer es ist, dauerhaft Gewicht zu verlieren.

 

Was ist der Blutzuckerspiegel in deinem Körper und wie funktioniert er?

Das Blut transportiert den Zucker von den Verdauungsorgane und der Leber zu den anderen Körperzellen. Im Blut ist immer eine Menge an Zucker (=Blutzucker) erforderlich, um das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Jene Zuckermenge, die sich im Blut befindet, wird auch Blutzuckerspiegel genannt. Unser Organismus liebt Balance und ist daher immer bestrebt, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

Der Blutzuckerspiegel bei einer gesunden Personen beträgt im Normalfall zwischen 80-100 mg/dl (nüchtern). Sowohl ein zu hoher als auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel kann in Normen Konsequenzen für den Körper haben, vor allem wenn dieser Zustand lange anhält. 

Nach dem Essen, wenn viel Zucker zur Verfügung steht, steigt der Blutzuckerspiegel natürlicherweise an.

Das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse sorgt für die Senkung des Blutzuckerspiegels. Es macht die Körperzellen für Glukose durchlässig und dadurch wird der Zucker von den Körperzellen aufgenommen. Dieser aufgenommene Zucker ist dann nicht mehr im Blut. Der Blutzuckerspiegel wird gesenkt.

 Der „Gegenspieler“ von Insulin ist das Glukagon, welches auch von der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Glukagon wird bei einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel aktiviert. Glukagon sorgt dafür, dass das in der Leber gespeicherte Glykogen wieder in Glukose verwandelt und ins Blut ausgeschüttet wird.

Insulin und Glukagon sind also beide dafür zuständig, den Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht zu halten.

Merke:

Insulin ➡️ senkt den Blutzuckerspiegel, sorgt für die Energieversorgung von Gehirn & Muskeln und speichert überschüssige Energie in Leber & Fettzellen 

Glucagon ➡️ hebt den Blutzuckerspiegel, sorgt für Zuckerausschüttung aus der Leber.

Wie wirkt sich der häufige Konsum und der sehr süße oder stark verarbeitete Zucker auf den Blutzuckerspiegel von dir aus?

Nehmen wir kohlenhydratreiche Nahrungsmittel zu uns, die zudem aus stark verarbeiteten Grundprodukten stammen (z. B. Kuchen, Gebäck, Fertigprodukte, Backwaren, Joghurts) so wird das Blut relativ schnell von einer großen Menge Zucker „überflutet“.

Der Bauchspeicheldrüse wird signalisiert, dass eine große Menge an Insulin benötigt wird, um den Blutzuckerspiegel schnell und effektiv wieder zu senken. Es kann zu einer überschießenden Ausschüttung von Insulin kommen. Der Körper möchte in jedem Fall seinen Blutzuckerspiegel wieder ins Gleichgewicht bekommen.

Die viele Glukose wird schnellstmöglich aus dem Blut beseitigt (unter anderem in den Fettzellen). Da diese Reaktion relativ schnell geht (der Körper möchte möglichst fix wieder zurück in seine Balance) kann es sein, dass der Blutzuckerspiegel zu stark gesenkt wird. 

Was passiert?

Der Gegenspieler Glukagon wird angeregt und es kommt zur Gegenregulation:

✅ Zucker wird aus dem Vorratsspeicher Leber wieder ins Blut abgegeben.

✅ Dem Körper wird Hunger signalisiert, man verspürt wieder Appetit und der Körper verlangt nach Essen.

Dieser Mechanismus erklärt, warum wir nach einer sehr süßen und stark verarbeiteten Mahlzeit (z. B. Croissant mit Marmelade oder gesüßtes Müsli/Cornflakes) relativ schnell wieder Hunger haben. Unser Hormone werden innerlich einfach sehr stark angeregt und der Körper reagiert dementsprechend.

Jetzt möchtest du sicher wissen, was du zuckerfreies problemlos essen kannst.

Damit dir der Einstig möglichst leicht fällt, habe ich für dich die Grundregeln des zuckerfreien Essens zusammengefasst. 

Es gibt jedoch einige Nebenwirkungen bei dieser Ernährung:

Mehr Energie, gute Laune, besserer Schlaf, eine klarere Haut, Gesundheit und Neider 😉

#1 Wähle naturbelassene Lebensmittel

Zu aller erst solltest Du Nahrungsmittel wählen, die nah an ihrer ursprünglichen Form und Zusammensetzung liegen. Je weniger verpackt und verkleinert ein Lebensmittel ist, desto besser.

  • Frisch zubereitetes Bio-Hackfleisch vom Fleischer ist besser, als Discount-Hackfleisch in der Plastikverpackung.
  • Ein ganzer Apfel ist besser, als ein geschnittener Apfel, der in eine Tüte gepackt wurde, oder als Apfelsaft serviert. 
  • Eine selbst zubereitete Kürbissuppe ist cleaner, als eine Suppe aus der Kantine.

Achte deshalb darauf, dass Du deine Mahlzeit selber herstellt.

 

#2 Vermeide künstliche Zusatzstoffe

Viele Geschmacksverstärker oder Farbstoffe können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Ein bekanntes Beispiel ist Glutamat, welches zu metabolischen Entgleisungen führen kann.

Deshalb ist es ratsam, sie aus der täglichen Ernährung zu verbannen. Wenn Du Punkt 1 beachtest und auf Fertigprodukte verzichtest, ist bereits ein großer Schritt getan.

 

#3 Iss viele nährstoffreiche Lebensmittel 

Das Gute am Zuckerfreien Essen ist, dass Du nicht weniger essen musst – Qualität geht vor Quantität. Wer Lebensmittel mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen isst, der kann sich den Teller gern etwas voller machen.

Gemüse und Obst sind reich an Nährstoffen. Außerdem liefern sie zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe.  Tierische Produkte wie Eier oder Weidefleisch sind hervorragende Fett- und Proteinquellen. Sie sind deutlich wertvoller als Brot oder Nudeln, die Dir unnötig leere Kalorien liefern und Nährstoffe dem Körper rauben.

 

#4 Optimal sind regionale und saisonale Lebensmittel

Eine natürliche Ernährung sollte möglichst regional und saisonal sein. Dadurch vermeidest Du lange Transportwege. Die Lebensmittel sind damit viel nährstoffreicher und zugleich günstiger – im Sommer gibt es Tomaten und Erdbeeren; im Winter Grünkohl und Eintöpfe.

 

#5 Reduziere den Salzgehalt 

Wie beim Zucker verändert auch Salz das Geschmackserlebnis beim Essen. In gewissem Maße ist das förderlich. Aber in der Industrie wird Salz verwendet, um die schlechte Qualität der Lebensmittel zu überdecken. Zuviel Salz kann zum Beispiel zu Verschiebungen im Wasserhaushalt des Körpers führen.

Natürliche Lebensmittel brauchen viel weniger Salz, da sie durch ihre natürlichen Aromen überzeugen. Nutze lieber mehr Gewürze und die volle Vielzahl, als „nur“ Salz.

 

#6 Trinke reichlich Wasser

Wasser ist an jedem unserer Prozesse beteiligt. Pauschal sollten Frauen etwa 2.200 ml trinken und Männer 3.000 ml. Wie viel Wasser Du genau am Tag trinken solltest, hängt aber von deiner Größe, deinem Gewicht und deiner Aktivität ab!

 
 
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